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Skulpturen im Heilhaus
Als Künstler waren wir von der Idee eines "Heilhauses" angesprochen.
Mit Hilfe von Papier, Bleistift und
Farben haben wir den Geist des Heilhauses aufgefasst. Auf diese
Weise entstand ein Buch. "Heilhausfibel" hat Ursa Paul, die spirituelle
Leiterin des Heilhauses, es genannt. Eine Sammlung von Ideen zur Architektur
des Heilhauses, Symbole für Innenräume, für die verschiedenen
Phasen menschlichen Seins: Geburt, Leben und Sterben.
Als eine Heilhauserweiterung im Spätherbst 2000 von den Architekten
Prenzel und Brand geplant wurde, waren wir eingeladen als Bildhauer die
neuen Räume mitzugestalten. Beim Erarbeiten der Skulpturen sind wir
von der Bestimmung der Räume ausgegangen. Es sind so Skulpturen entstanden,
in die wir den Sinn der Räume verdichtet haben.
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Beim Eintreten in das Heilhaus begegnet uns eine erste Skulptur.
Eine Tonfigur, die ihre Hände zeigt, begrüßt die Ankommenden.
Eine offene Geste, die empfängt und gibt.
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Im Anmelderaum gibt der Türausschnitt die
Sicht frei auf einen in die Wand
gearbeiteten Bogen. Darin steht eine
weibliche Tonfigur mit weit ausgebreiteten Armen.
Sie öffnet und hält Raum. |
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Ein paar Schritte weiter im Sterberaum des
Heilhauses könnte ein Mensch liegen und an die Decke schauen. Dort
ist ein geöffneter weißer Ring. Er umschließt eine weiße,
ovale stille Fläche.
Neben dem Fenster führt eine kopfgroße, runde Hohlform in die
Tiefe der Wand. In einem trichterförmig nach oben gebogenen Kanal scheint
eine kleine dunkle Scheibe, dort wo die Bewegung ihre Richtung ändert.
Eine dritte Tonfigur in der Nähe steht mit geneigtem Kopf und schaut
auf ihre zusammengeführten und nach oben geöffneten Hände.
Ein Handraum auf Höhe des Herzens.
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In
einem weiteren Raum kann der Besucher in zwei Öffnungen fassen,
bis die Hände sich im Wandbogen berühren. In der Selbstberührung
wird das Andere wahrnehmbar.
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Die
Treppen hinuntersteigend, Parterre kommen wir zu zwei nebeneinander
liegenden Räumen, ein Raum zum Malen. Dort lesen wir das mit
Wachs gebildete Wort HONIG. Eine Armlänge darunter steht eine
Schuhskulptur auf dem Boden. Innen blau und auf der Sohle rotbraun,
in der Außenfarbe des Heilhauses.
Im anderen, dem Bewegungsraum, sehen wir eine dunkle U-förmige
Skulptur auf der Bodenfläche. Darüber lesen wir BIENEN.
Wenn wir die Wachs-worte zusammendenken, entsteht ein Sinnkreis zwischen
Produkt und Produzent. Dieser Sinnkreis läuft
von hier aus durch das ganze Heilhaus, von Mensch zu Mensch.
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